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#1 Kirchenjahr von BruderOlyver 02.04.2015 15:49

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Heutzutage richten wir modernen Mensch uns nach dem gregorianische Jahreskalender. Zu früheren Zeiten war die Religiosität fester Bestandteil des alltäglichen Lebens und dies spiegelte sich auch im Kalender wider, dem des Kirchenjahres. Dieses Thema ist also nicht nur für Firmlinge und Katchumenen bedeutsam.

Die Berechnung des Kirchenjahrs hängt von der Berechnung von Ostern ab. Das christliche Osterfest wiederum ist aus dem jüdischen Passahfest abgeleitet, das am ersten Frühlingsvollmond beginnt. Dieser Tag kann offensichtlich auf einen beliebigen Wochentag fallen, Ostern beginnt dagegen definitionsgemäß am einem Sonntag. Ursprünglich war die Festlegung des Ostertermins sehr uneinheitlich geregelt in den verschiedenen christlichen Gemeinden.

Erst im 1.Konzil von Nicäa im Jahre 325 n.Chr. einigte man sich auf die Formel, dass Ostern auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond fällt. Der erste Frühlingsvollmond ist dabei der erste Vollmond, der am Tag der Frühjahrstagundnachtgleiche oder danach stattfindet. So ist Ostern zwischen dem 22. März und dem 25. April.
Die anderen beweglichen Feste hängen meist von Ostern ab (in Klammern die Verschiebung an Tagen gegenüber dem Ostersonntag):

- Aschermittwoch (-46),
- Karfreitag (-2),
- Christi Himmelfahrt (+39),
- Pfingsten (+49),
- Fronleichnam (+60),
- Herz-Jesu-Freitag (+68).

Der Muttertag ist der zweite Sonntag im Mai, das Erntedankfest der erste Sonntag im Oktober (jedoch nicht überall!). Der 1. Advent ist der Sonntag nach dem 26. November; der Buß- und Bettag liegt 11 Tage vor dem 1. Advent.

In der orthodoxen Kirche wird am julianischen Kalender festgehalten. Daher findet der 21. März (im 20. und 21. Jahrhundert) 13 Tage später statt als im gregorianischen Kalender. (Übrigens war das Zusammenlegen des "liturgischen" mit dem "astronomischen" Frühlingsbeginn einer der Hauptgründe für die Einführung des gregorianischen Kalenders). Daher findet das orthodoxe Osterfest manchmal eine Mondphase später statt. Außerdem berechnet die orthodoxe Kirche das Osterdatum nach einer bereits in der Antike festgelegten Rechenvorschrift, eben dem oben beschriebenen Metonischen Zyklus. Die Länge des 19-jährigen Mondzyklus wurde damals um ca. 2 Stunden zu lang angenommen, was sich im Laufe von 17 Jahrhunderten zu einigen Tagen addiert hat. Dies ist ein weiterer Effekt, der dazu führen kann, dass das orthodoxe Osterfest eine Woche oder im Extremfall, wenn er sich mit dem obigen Effekt addiert (z. B. 2005), fünf Wochen später stattfindet als das lateinische. Von diesem letzteren Effekt ist übrigens auch der Jüdische Kalender betroffen.

Quelle: http://www.theology.de

#2 Ostern von BruderOlyver 02.04.2015 16:58

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Zur Herleitung des Begriffs "Ostern" gibt es viele Erklärungen:

1. Eine Erklärung besagt: Ostern leitet sich von dem Begriff althochdeutschen "Ostara" (Osten), "Eostre" oder "Eoastrae" ab, dem angelsächsischen Namen der teutonischen Göttin der Morgenröte, des Frühlings und der Fruchtbarkeit, der Braut des jungen Maigrafen (Freyr - Freyja).
Zum Fest der Göttin Ostara wurde die frische, grünende Erde und die Liebe (Morgenröte) gefeiert. Die Tage sind länger als die Nächte und der Frühling hat sich gegenüber dem Winter durchgesetzt.
Zu Ostara wurde auch der Schwerttanz getanzt der den Kampf des Sonnengottes mit den Wintermächten und deren Niederlage versinnbildlichen sollte.
Zu Ostarun (althochdeutsch Ostern) wurden wahrscheinlich als Opferbrauch Eier vergraben, Eier verschenkt und gegessen.
Das heidnische Fest der Ostera wurde wie andere germanische Festtage mit christlichen Gewand ummantelt, um das Heidentum in den Köpfen der Menschen in Vergessenheit geraten zu lassen.
Diese Theorie geht auf Beda Venerabilis (de temporum ratione 15) (8. Jh.) zurück.
2. Honorius Augustodunensis (12. Jh.) leitet Ostern von von Osten ab, der Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs als Symbol der Auferstehung. Somit leitet sich von dem lateinischen alba, in albis (im Sonn von "bei Sonnenaufgang", althochdeutsch "zu den ostarun" ab, - wohl auf dem Hintergrund von Mk 16,2.
3. Nach Knobloch steht das Wort Ostern im Zusammenhang mit der christlichen Benennung der Osterwoche als albae paschales (österlich weiße Kleider der Neugetauften. Die Kurzform albae wird als Plural von alba - "Morgenröte" - verstanden und mit dem althochdeutschen Wort "eostarum" übersetzt.
4. Nach dem Namensforscher Udolph kennen die nordgermanischen Sprachen eine Wortfamilie, die zu Ostern passt: nämlich ausa - "Wasser gießen", uns austr - "Begießen". Eine heidnische Form der Taufe wurde als vatni ausa - "mit Wasser begießen" - bezeichnet. Das Wort Ostern bezieht sich somit eher auf auf die Taufe, die das zentrale Ereignis der Osternacht ist.
5. In den romanischen Sprachgebieten lässt sich die Verbindung zum Passahfest in dem Wort für das Osterfest finden (französisch: paques )
Fazit: "Da keine dieser Hypothesen voll überzeugt, müssen sie wohl unvermittelt nebeneinander stehen bleiben." Georg Kraus, RGG, 4. Aufl., Bd. 6, Sp. 727 f., Tübingen 2003

Bedeutung

Ostern ist das theologisch bedeutendste Fest der Christenheit. Es erinnert an die Auferstehung Jesu, die Überwindung des Todes.
Die Blicke der Frauen, die zuerst am leeren Grab Jesu standen richteten sich nach Osten zum Sonnenaufgang/Morgenröte ( lat. aurora ), denn sie glaubten Jesu kommt von dort auf die Erde zurück.
Deswegen sind die Kirchen nach Osten ausgerichtet erbaut worden.

Der Karsamstag, oder auch fälschlich Ostersamstag genannt, ist der erste Tag nach Jesu Tod und der Tag der Grabesruhe. Es findet kein Gottesdienst statt und die Altäre in den Kirchen sind frei von Kerzen und Blumen.
Der Sabbat ist der jüdische Ruhetag. An diesem Tag darf nicht gearbeitet werden. Deswegen musste Jesus noch am Freitag beerdigt werden. Am Karsamstag wurden Wachen vor dem Grab von Jesus positioniert. Sie sollten darauf achten, dass der Leichnam nicht gestohlen wird und so die Aussage im Land verkündet werden kann, dass Jesu auferstanden sei.
Am Karsamstag wurde aber nicht nur Jesus für tot erklärt, sondern auch die Hoffnung auf einen Retter begraben. Denn am Karsamstag versteckten sich die Jünger aus Angst selbst am Kreuz hingerichtet zu werden.
Dieser Tag der Depression besiegelte bei vielen Menschen den Glauben an einen neuen Anfang. Symbolisch kann man für den Karsamstag sagen, dass trotz der hoffnungslosen Lage das Leben weitergeht und bessere Tage folgen, wie die Auferstehung Jesu deutlich macht.

Erst in der Nacht zum ersten Ostertag oder sogar in der Frühe des Ostermorgens kommen die Christen zur Feier der Auferstehung zusammen, verbunden mit der Weihung des Osterwasser, des Osterfeuer und der Osterkerze. Die Glocken, die sich am Gründonnerstag mit vollem Geläute nach dem Abendmahls- Gottesdienst verabschiedet hatten, kehren am Karsamstag beim Gloria in der hl. Osternacht wieder mit vollem Klang zurück.

Der Ostersonntag ist der wichtigste Tag an den Osterfeiertagen. Die Feier beginnt in der Osternacht von Karsamstag auf Ostersonntag mit einem Gottesdienst. In diesem Gottesdienst wird an die Auferstehung Jesu erinnert. Symbolisch wird dies durch das Licht getan. Zunächst ist es Dunkel in der Kirche, was den Tod von Jesus bedeutet, doch durch Kerzen wird Helligkeit, was die Auferstehung von Jesus bedeutet, in den Raum und in das Leben gebracht. Nach diesem Gottesdienst erklingen die Glocken wieder, die nach dem Trauertag Karfreitag verstummt waren.

Quelle: http://www.theology.de

#3 Karwoche - Gründonnerstag von BruderOlyver 06.04.2015 15:58

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Der Gründonnerstag ist seit dem 12. Jh. volkstümliche Bezeichnung für den kirchlichen Gedenktag der Einsetzung des Abendmahls (de coena domini) und wurde schon in der alten Kirche als solcher begangen (Bericht der Ätheria aus Jerusalem, 4. Jh.).

Die verschiedenen Deutungen des deutschen Namens (die lateinischen Bezeichnungen sind sehr vielfältig) befriedigen nicht (etwa vom Gebrauch grüner Paramente, von »Grinen« [ahd.] = »Klagen«, vom Essen grüner Kräuter sowie von der nicht sicher erklärten lateinischen Bezeichnung »dies viridium«). Ob sich das Klagen dabei auf die Fastenzeit mit dem Leiden, auf die darauffolgende Nacht, die Jesus in Todesangst verbrachte oder das Weinen auf die bevorstehende Kreuzigung Jesu bezieht ist nicht geklärt.
Auch das Erwachen der Natur in dieser Jahreszeit, das Grünwerden der Pflanzen verbindet uns mit dem Gründonnerstag und dem Osterfest. Darüber hinaus gibt es die Verbindungen zum Osterhasen, Osterlamm, Osterfeuer, Osterblumen, usw., die alle mit dem Erwachen und der Hoffnung im Zusammenhang stehen.
Unabhängig vom christlichen Glauben wird die Farbe Grün als Zeichen / Farbe der Hoffnung verstanden. Vom grün abgeleitet ist es heute in vielen christlichen Familien an Gründonnerststag üblich, grünes Gemüse zu essen, z.B. Spinat oder Brunnenkresse.


Geschichtlich: Der Gründonnerstag erinnert an den Tag des Abendmahls vor dem Todestag Jesu. Dieses Abendmahl am Vorabend des Karfreitag nahm Jesus mit seinen engsten Vertrauten, den zwölf Jüngern ein.
Das Abendmahl bedeutet Abschied von Jesus nehmen, gleichzeitig aber auch ein Anfang für den christlichen Glauben. Denn in Form von Brot und Wein wurde Jesus selbst angenommen und um Vergebung der Schuld gebeten.
Gleichzeitig wird schon auf die Auferstehung und das Weiterleben Jesu hingedeutet. Trotz des Verrates durch Judas und das Leugnen der Jünger, nimmt Jesus die Schuld allein auf sich und gibt Hoffnung für ein neues besseres Leben nach seinem Tod.
Jesus forderte seine Jünger auf, fortan gemeinsam das Abendmahl zu feiern. Wohl deshalb ist der Ursprung aller Abendmahlsfeiern der Gründonnerstag.

Der Gründonnerstag ist in der orthodoxen und römisch-katholischen Kirche liturgisch ausgezeichnet durch die Wiederannahme der Büßer (Absolution), durch die Weihe des hl. Öles (Chrisma, Myron) sowie durch die Fußwaschung.

Seit etwa 1500 Jahren feiern die Christen den Gründonnerstag, den fünften Tag der Karwoche, zur Erinnerung an die Einsetzung der heiligen Eucharistie.

Nach dem Gloria-Gesang verstummen in den Gottesdiensten die Orgeln und auch die Glocken werden bis zum Osterfest nicht geläutet.
Bei Beendigung des Gottesdienstes trägt der Priester den Hostienkelch in einer Prozession in einigen Gemeinden zu einem Seitenaltar oder in eine Kapelle.
Nach der Meßfeier werden Blumenschmuck und Kerzen beiseite geschafft. Dies symbolisiert die Trauer über den Tod Jesu. Wegen des nahen Todes Jesu ist der Gründonnerstag ein Tag der Trauer.
Die Gläubigen werden in vielen Gemeinden von den Messdienern mit Holzklappern und Ratschen zum Gottesdienst gerufen.

Die evangelischen Kirchen begehen den Gründonnerstag mit einem Abendmahlsgottesdienst. Dieser Gottesdienst wird in vielen Gemeinden besonders gefeiert. Ausgehend von der heutigen liturgischen Erneuerungsbewegung wird oft versucht, ihn im Rahmen der Karwoche als den ersten Tag des Triduum Sacrum besonders zu begehen.

Altkatholische Kirche
Die Liturgie am Gründonnerstag entspricht in weiten Teilen dem Römischen Ritus. Die Rubriken des Eucharistiebuchs sehen folgendes vor: Nach dem Gloria schweigen Orgel und Glocken. Zur Fußwaschung kann das Taizélied Ubi caritas gesungen werden. In den Fürbitten sollte der Gemeinden des eigenen Bistums und der ökumenischen Nachbargemeinden gedacht werden. Die Eucharistiefeier endet mit dem Gebet nach der Kommunion. Der Segen wird erst wieder als Feierlicher Schlusssegen in der Osternacht gespendet. Wo es möglich ist, wird zu stillem Gebet, zur Meditation und zur Lesung der Abschiedsreden Jesu aus dem Johannesevangelium Gelegenheit gegeben.


Quelle: http://www.theology.de

#4 Karwoche - Karfreitag von BruderOlyver 06.04.2015 16:22

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Der Karfreitag ist der Überlieferung nach der Todestag Jesu. An diesem Tag werden verschiedene Brauchtümer gepflegt. Für viele evangelische Christen ist es der höchste Feiertag im Jahr.

Begriff: Karfreitag, von althochdeutsch "kara" = Wehklage, bildete im 2. Jh. mit Karsamstag ein »biduum« des Fastens.

Geschichtlich: Die adoratio crucis (Kreuzesfeste), seit dem 4. Jh. (Jerusalem), änderte das nicht; die dabei im Westen gesungenen Improperien tauchen im 7. Jh. auf. Die Karfreitagsfeier (ältere Gestalt, größere Zahl der Lesungen; Fürbittengebete; keine eigentliche Messe) geht in der Anlage auf den griechische Werktagsgottesdienst zurück.

Die ostkirchliche Praesanktifikatenmesse hat der Westen seit dem 7. Jh. Hier war der Karfreitag im Mittelalter Kommuniontag aller, später (seit 1570) nur des Zelebranten; heute erstrebt man wieder den früheren Brauch.

In der Reformation ist der Karfreitag (Luthers »guter Freitag«) halber Feiertag mit Lesen und Predigen der Leidensgeschichte (Passionsharmonie Bugenhagens); später wird er Bußtag, in Preußen zeitweilig Konfirmationstag. Das Lesen oder Singen der Passion (Johannispassion - wie schon seit dem 4. Jh.! -, meist nachmittags) wurde in verschiedener Weise von Aufklärung und Pietismus kritisiert.
Unter Lutheranern wird heute die Rückkehr zu katholischen Karfreitagsbräuchen vorgeschlagen (kein Orgelspiel, Abräumen des Altars u. a.).


Der am Karfreitag begangene Kreuzweg beschreibt die wichtigen Stationen dieses Tages.
1. Jesus wird zum Tode verurteilt
2. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
3. Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
4. Jesus begegnet seiner Mutter
5. Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen
6. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
7. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
8. Jesus begegnet den weinenden Frauen
9. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
10. Jesus wird seiner Kleider beraubt
11. Jesus wird ans Kreuz genagelt
12. Jesus stirbt am Kreuz
13. Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt
14. Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt
In vielen Gemeinden finden sich Kreuzwege, auch die vom Christentum inspirierte Kunst hat vielfältige Kunstwerke erschaffen, die im Zusammenhang mit diesen Ereignissen stehen. Das Kreuz wurde ab dem 3. Jahrhundert ein Zeichen der Christenheit.

Am Karfreitag werden heute noch verschiedene Brauchtümer gepflegt: Christen essen am Karfreitag Fisch, weil der Fisch eines der ältesten Symbole ist, mit dem sie sich zu erkennen geben. Das Wort "Fisch" heißt auf griechisch "Ichthys". Das sind die Anfangsbuchstaben von "Iesos Christos Theou Yios Soter". Auf deutsch: "Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter". Darüber hinaus ist es christliche Tradition, dass an Fasttagen generell auf Fleisch "der Tiere des Himmels und der Erde" verzichtet wird. Nach christlicher Tradition verzichtet man an Freitagen - in Erinnerung an den Karfreitag - auf teueres Fleisch und isst stattdessen Fisch, der nicht zu Fleisch zählt und früher billiger war. Christen gedenken am Karfreitag des Leidens und Sterbens Jesu. Dieser Tag dient der Besinnung auf die Leiden Christi am Kreuz.

Für manche ist der Karfreitag ein strenger Fastentag. Der Karfreitag wird mindestens seit dem zweiten Jahrhundert gefeiert. Bis heute gilt er in der katholischen Kirche als strenger Fasttag: Gläubige, die älter als 14 Jahre sind, dürfen/sollen an diesem Tag kein Fleisch zu sich nehmen, Katholiken zwischen 18 und 60 ist am Karfreitag nur eine einmalige Sättigung erlaubt. Ursprünglich durfte man an diesem Tag überhaupt nichts essen oder trinken. Selbst Glocken schweigen.

In Frankreich heißt der Karfreitag "vendredi saint", was heiliger Freitag heißt. In England wird er "Good Friday" oder "Black Friday" genannt, was übersetzt guter Freitag oder schwarzer Freitag heißt.

Glaskugeln
In Süddeutschland gehörten seit dem 12. Jahrhundert aufgesteckte bunte Glaskugeln zum Heiligen Grab. Die aus venezianischen Glashütten stammenden Kugeln galten als Sonnen- und Glücksymbol. Die farbigen oder mit gefärbtem Wasser gefüllten Glaskugeln wurden durch hinter ihnen angebrachte Öllämpchen erleuchtet. Das flackernde Licht verlieh der Grabszene eine geheimnisumwitterte Atmosphäre. Heute findet man die bunten Glaskugeln fast nur noch in süddeutschen Gärten.


Quelle: http://www.theology.de

#5 Christi Himmelfahrt von BruderOlyver 28.05.2015 13:42

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Christi Himmelfahrt bezeichnet die Himmelfahrt von Jesus Christus und das Fest Christi Himmelfahrt, in der Schweiz auch als Auffahrt bezeichnet.

Christi Himmelfahrt wird am 40. Tag des Osterfestkreises, also 39 Tage nach dem Ostersonntag, gefeiert. Deshalb fällt das Fest immer auf einen Donnerstag. Der frühestmögliche Termin ist der 30. April; der spätestmögliche der 3. Juni.

Das Neue Testament schildert die Himmelfahrt in Lukas 24,50-52 und Apostelgeschichte 1,1-11. Danach ließ sich der auferstandene Christus vierzig Tage lang von den Jüngern sehen und lehrte sie über das Reich Gottes, und wurde dann in den Himmel auf den Platz "zur Rechten Gottes" erhoben.

Auch außerhalb dieser beiden Stellen hat die Himmelfahrt einen festen Platz im Neuen Testament, z.B. Matthäus 26,64, Johannes 14,1-3, Epheser 4,8-10, 1. Thessalonicher 1,10, Hebräer 2,9 4,14. Die Himmelfahrt wird dabei deutlich von der Auferstehung unterschieden.

Der Glaube an die Himmelfahrt wird in frühchristlichen Texten, insbesondere Glaubensbekenntnissen, bezeugt, z.B. bei Polykarp von Smyrna, Justin der Märtyrer und Irenäus von Lyon. Die Himmelfahrt wird auch bekannt in dem alten römischen Glaubensbekenntnis des dritten Jahrhunderts (Vorläufer des Apostolischen Glaubensbekenntnisses), dem Bekenntnis von Nicäa von 325 und dem Nicäno-Konstantinopolitanum von 381:

er ist am dritten Tag auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit
zu Richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.


Seit 370 ist bezeugt, dass das Fest der Himmelfahrt Christi gefeiert wird. Gemäß den biblischen Berichten ist das Datum auf vierzig Tage nach Ostern festgelegt, also auf den Donnerstag nach dem 5. Sonntag nach Ostern bzw. zehn Tage vor Pfingsten. Christi Himmelfahrt gehört damit, wie Ostern und Pfingsten, zu den beweglichen Festen. Die neun Tage zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten sind die Zeit der Pfingstnovene, in der besonders um die Herabkunft des Heiligen Geistes gebetet wird.

Das Fest Christi Himmelfahrt wird in der Liturgie der katholischen Kirche, der orthodoxen Kirche und der anglikanischen Kirche als Hochfest begangen. Im außerkirchlichen Bereich wird an Christi Himmelfahrt der sog. "Vatertag" gefeiert; auch als Männertag oder Herrentag bezeichnet.

Entstehung

Der 5. Sonntag nach Ostern wird nach dem Introitus „Vocem jucunditatis" genannt, aber auch „Rogate". Diese Bezeichnung leitet sich her von der Bittprozession (lat. Rogate: „bittet!"), die für den Markustag, den 25. April, wahrscheinlich im 4. Jahrhundert in Rom angeordnet wurde. Die unter Gregor dem Großen (590 – 604) neubelebte Bittprozession in Form einer feierlichen Flurprozession ( lat. Litaniae maiores: „größerer, älterer Bittag“) sah immer das Singen der Allerheiligenlitanei vor. Nach der Mitte des 5. Jahrhunderts hat der Bischof Mamertus von Vienne in Südfrankreich drei Sühnetage vor Christi Himmelfahrt angeordnet, an denen die Gläubigen Buße tun und Werke der Nächstenliebe verrichten sollten. Am Ende des 8. Jahrhunderts übernahm die ganze lateinische Kirche diesen Brauch, angeordnet durch Papst Leo III. (795 – 816). Diese Woche nahm den Namen „Bittwoche" an; der Montag, Dienstag und Mittwoch der Bittwoche wurden zu „feriae rogationum" (Rogationstage, Bittage). Zur Unterscheidung von anderen Bittagen wurden diese „litaniae maiores" (größere, ältere Bittgänge) genannt; die anderen hießen „litaniae minores" (jüngere, kleinere Bittgänge). Traditionell waren die Bittage dazu da, Gott um Gnade zu bitten, um Fruchtbarkeit für Feld und Flur, um Verhütung von Hagel, Frost und anderen Unwetter. Für die Gegenwart bestimmt die Grundordnung des Kirchenjahres: „An den Bitt- und Quatembertagen betet die Kirche für mannigfache menschliche Anliegen, besonders für die Früchte der Erde und für das menschliche Schaffen; auch eignen sich die Tage für den öffentlichen Dank." Nach wie vor werden die Bitttage in der Woche vor Christi Himmelfahrt gehalten, können aber auf einen Tag zusammengezogen werden.


Quelle: http://www.theology.de

#6 Pfingsten von BruderOlyver 28.05.2015 13:53

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Pfingsten (von griech. πεντηκοστή [ἡμέρα], pentekostē [hēmera], „der fünfzigste Tag“) ist ein christliches Fest jüdischen Ursprunges. Es geht auf das jüdische Wochenfest Schawuot zurück und wird wie dieses am fünfzigsten Tag nach Ostern bzw. Pessach gefeiert. Gefeiert wird von den Gläubigen die Entsendung des Heiligen Geistes.

In der Bibel
Nach dem Kreuzestod Jesu sahen sich die Jünger zunächst all ihrer Hoffnung beraubt. Aber die Auferstehung Christi an Ostern ließ sie schon bald neuen Mut schöpfen. Sie trafen sich regelmäßig und konnten sich mehrmals der Gegenwart des Auferstandenen freuen. Diese Erscheinungen endeten jedoch mit der Himmelfahrt Christi. Doch dann erfuhren sie die Nähe Gottes durch ein Ereignis, das sie verwandelte, das aus einer ängstlichen Schar plötzlich mutige Männer machte, die von ihrem Glauben in aller Offenheit redeten. Wie Lukas erzählt, hatten sich die Jünger Jesu am Pfingsttag, dem jüdischen Erntedankfest, in Jerusalem zu einer Gemeinschaft versammelt:
Der bekannteste Bericht darüber findet sich in der Apostelgeschichte 2, 1- 14.

Begriffsklärung
Der Name kommt aus dem Griechischen: pentekoste = „der fünfzigste [Tag]“) bezeichnet das Fest am fünfzigsten Tag nach Ostern (das entspricht dem 10. Tag nach Christi Himmelfahrt); gemäß antiker Praxis wurde dabei der Ostersonntag als erster Tag gezählt.
Seine theologischen Eckpfeiler sind die Entsendung des Heiligen Geistes an die Apostel, wie sie in der Apostelgeschichte (Kapitel 2) des Neuen Testaments beschrieben ist (… und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in anderen Sprachen …), und die offizielle Gründung der Kirche. Das Pfingstfest entstand aus dem jüdischen Schawuot (Wochenfest). Als christliches Fest wird Pfingsten erstmals im Jahr 130 erwähnt.

Der „Geburtstag der Kirche“
Das Pfingstfest, auch bezeichnet als „Geburtstag der Kirche“, ist durch besondere religiöse Feiern geprägt. Damit endet die österliche Festzeit. Die Kirche erinnert an Pfingsten an das Ereignis, bei dem die Jünger Jesu nach seinem Tod und seiner Auferstehung den Heiligen Geist auf sich herabkommen spürten. Von diesem Tag an verkündeten sie die Taten Jesu. Deshalb gilt Pfingsten auch als Geburtstag der Kirche. Die Kunst stellt das Ereignis meist in der Weise dar, wie sie der Apostel Lukas in der Apostelgeschichte bildhaft beschreibt: mit Feuerzungen und heftigem Sturm.
Es ist sowohl ein eigenes kirchliches Fest, an dem das – von Jesus angekündigte – Kommen des Heiligen Geistes gefeiert wird, als auch zugleich der feierliche Abschluss der Osterzeit. Nach dem christlichen Glauben empfängt auch heute noch jeder Christ den Heiligen Geist und wird dadurch „wiedergeboren“. Jeder Christ ist nach dem Neuen Testament demnach ein „Tempel des Heiligen Geistes“.
Als „Pfingstwunder“ bezeichnet man die wunderbare Fähigkeit der Jünger, in allen Sprachen zu sprechen und alle Sprachen zu verstehen. Damit wurde aus christlicher Sicht die „Babylonische Sprachverwirrung“ aufgehoben, mit der Gott die Menschen für die Hybris des Turmbaus zu Babel bestraft hatte. Theologisch steht dies für die Mission der Kirche, alle Menschen unabhängig von ihrer Nationalität und Ethnizität anzusprechen.

Quelle: http://www.theology.de

#7 Fronleichnam von BruderOlyver 02.06.2015 16:58

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Der römisch-katholische Feiertag Fronleichnam, offiziell das "Hochfest des Leibes und Blutes Christi" wird am zweiten Donnerstag nach Pfingsten, also 10 Tage nach Pfingsten, gefeiert. Das Fronleichnamsfest, kurz: Fronleichnam (von althochdeutsch: fron Herr, liknam Leib; kirchenlat.: corpus christi), bezeichnet das Fest im katholischen Festjahr, das am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest gefeiert wird (am zweiten Donnerstag nach Pfingsten, Ende Mai oder Anfang Juni). Der Donnerstag als Festtermin knüpft an den Gründonnerstag an, der wegen des stillen Charakters der Karwoche keine größere Festlichkeit erlaubt. Aus diesem Grund wurde Fronleichnam an das Ende der österlichen Zeit gelegt.

Um 1200 zeigte man erstmalig in einer Eucharistiefeier "verwandeltes Brot". Das Fest, ein Erinnerungsfest an die Einsetzung des Altarsakraments, wurde erstmals 1246 im Bistum Lüttich gefeiert und 1264 von Papst Urban IV. als allgemeines Kirchenfest zur Verehrung der Eucharistie eingeführt. Es feiert die Eucharistie als Opfer, Kommunion (Opferspeise) und als Motiv der Anbetung. Es ist also keines der Kirchenfeste, die eine christliche Umdeutung von überkommenen heidnischen oder jüdischen Hochtagen sind. 1264 schrieb Papst Urban IV. dieses Fest in der Folge des Blutwunders von Bolsena für die gesamte römisch-katholische Kirche fest, 1317 legte Papst Johannes XXII. den Donnerstag als Festtag fest.

Das Fest geht zurück auf eine Vision der später heiliggesprochenen Augustinernonne Juliana von Lüttich im Jahre 1209. Sie habe, so wird berichtet, beim Beten den Mond gesehen, der an einer Stelle verdunkelt gewesen sei. Christus habe ihr erklärt, dass der Mond die Kirche bedeute, der dunkle Fleck das Fehlen eines Festes des Eucharistie-Sakraments.

Fronleichnam erhält durch die Prozession, bei der die Gläubigen hinter der Monstranz mit der Hostie herschreiten, ein besonderes Gepräge. In dieser Art wurde das Fest erstmals 1279 in Köln begangen.

Vor dem Hintergrund der mittelalterlichen Verzweckung des Festes (wie parallel des Reliquienkults) für die Gewinnung von Ablassgeldern ist es nicht verwunderlich, dass der vormalige Augustinermönch Martin Luther ein ausdrücklicher Gegner des Fronleichnamsfestes war; er bezeichnete es 1527 als das „schädlichste aller Feste“ und betrachtete die Prozessionen als unbiblisch und als Gotteslästerung.

In der Orthodoxen Kirche ist die Zurschaustellung des eucharistischen Brotes unbekannt.

Wichtig wurde das Fest und die Prozession erst nach dem Konzil von Trient als eine antiprotestantische Demonstration der katholischen Auffassung, dass allein die römisch-katholische Kirche die Verfügung über die Eucharistie habe. Der Priester trägt bei der Prozession hoch erhoben die "Monstranz", die die Hostien beinhaltet, die Gemeinde geht hinterher. An vier im Freien aufgebauten Altären werden Fürbitten gebetet und gibt der Priester seinen Segen.
Das Konzil von Trient (1545–1563) bestätigte das Fronleichnamsfest und wertete es gleichsam zu einer gegenreformatorischen Machtdemonstration auf. Als Reaktion darauf wurde es in manchen gemischt-konfessionellen Gebieten (z.B. der Schweiz) üblich, dass die protestantischen Bauern als Provokation den Mist gerade an Fronleichnam auf die Felder ausbrachten. Andererseits verzichteten die Katholiken in den Vereinigten Staaten oft auf solche Prozessionen als demonstrative Zeichen des Katholizismus, um keine Kontroversen mit der mehrheitlich protestantischen Bevölkerung auszulösen.

Quelle: http://www.theology.de

#8 Fastnacht von BruderOlyver 05.02.2016 08:22

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Die Fastnacht, Fasnacht, Fasnet, Fasching, Fasteloovend, Fasteleer, Karneval oder fünfte Jahreszeit sind keine kirchlich-liturgischen Zeiten, zählen nicht eigentlich zum kirchlichen Festjahr. Fastnacht ist aber ein Schwellenfest vor dem Aschermittwoch und ohne die nachfolgende Fastenzeit nicht denkbar. Als Karneval, Fastnacht oder Fasching (auch fünfte Jahreszeit) bezeichnet man verschiedene Bräuche, mit denen die Zeit vor dem Aschermittwoch in Ausgelassenheit, Fröhlichkeit und überschäumender Lebensfreude gefeiert wird.

Diese Bräuche haben sich in den zahlreichen Karnevals-, Fastnachts- und Faschingshochburgen mit spezifischen Eigenarten entwickelt. Weitere wichtige Einflüsse sind die Narretei, Lokalpatriotismus und die Verhöhnung der jeweiligen Machthaber zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Verspottete man in Mainz die Franzosen, so konnten in Köln die Preußen straffrei verballhornt werden, die nach dem Wiener Kongress das Rheinland und Westfalen annektiert hatten.

Als "fünfte Jahreszeit" - nämlich neben dem Oster- und Weihnachtsfestkreis und den beiden Zeiten im Jahreskreis gehört die Fastnacht in allen katholischen Ländern zum festen Bestandteil des - nichtliturgischen - Festjahres. Schon um 1200 ist mhd. vastnacht (= Vorabend des Fasttages Aschermittwoch) belegt. Für später ist das leichter auszusprechende "vas[e]nacht" belegt, das das mittelrheinische und oberdeutsche "Fas[e]nacht" ausbildete. Es wird nicht ausgeschlossen, dass der Begriff "Fastnacht" (auch) durch ein im frühnhd. "faseln" = gedeihen, fruchtbar sein, enthaltenen Stamm mit der Bedeutung "Fruchtbarkeit" mitgeprägt wurde, vgl. die rheinische Begriffsbildung "Fasabend, Fas(t)elabend.

Ehe die Fastnacht im 12. Jahrhundert durch die Kirche auf die Zeit vor dem Fasten eingegrenzt wurde, wurde in ganz Deutschland die Fastnacht als Vorfrühlings- und Fruchtbarkeitsfest gefeiert. Heute gilt der 11.11. (Elfter im Elften) als offizieller Fastnachtsbeginn. Wenn auch die Zahl 11 als Symbol- und Narrenzahl schon bekannt war, gilt der 11.11. als Narrendatum erst seit dem 19. Jahrhundert. Die Fastnacht begann früher und beginnt vielfach auch heute noch (= Fastnachtssession) am Dreikönigstag, eine Nachwirkung des alten Bohnenfestes. Die eigentliche Fastnacht dauert sechs Tage: Sie beginnt im Alemannischen am Donnerstag (gumpiger, schmotziger Donnerstag) vor Karnevals-Sonntag oder im Rheinischen an Weiberfastnacht, dem Freitag vor Karnevalssonntag ("kleiner Fastabend") und dauert bis zum Karnevalsdienstag (Veilchendienstag). Der Karnevalssonntag (Estomihi) hieß auch "großer Fastabend". Als die "drei tollen Tage" galten Donnerstag bzw. Freitag, Sonntag und Dienstag. Als sich nach 1823 der Rosenmontag durchsetzte, lief dieser Tag dem "Veilchendienstag" den Rang ab. Als ein Gegengewicht zu den "tollen Tagen" legte die Kirche gern das Ewige Gebet in die Fastnachtszeit.

Nachdem die Synode von Benevent 1091 (vgl. Fastenzeit, österliche) die Fastenzeit neu geordnet, sich die Fastenzeit deshalb um eine Woche nach vorn verschoben hatte, konnte sich diese Neuordnung vor allem am Oberrhein nicht gegen die ältere Tradition durchsetzen. In Basel, Baden und in Teilen des Markgräflerlandes hielt man an der "alten Fastnacht" als "Bauernfastnacht" zum alten Termin gegenüber der "Herrenfastnacht" am neuen Termin fest. Noch bis ins 16. Jahrhundert existierten beide Fastnachtstermine, die alte „Burefasnacht“ (Bauernfastnacht) und die neue „Herren-“ bzw. „Pfaffenfastnacht“ konkurrierend nebeneinander. Insbesondere im badischen Raum als auch in der Schweiz haben sich viele Bräuche der alten Fasnacht erhalten. Am bekanntesten ist davon sicherlich die Basler Fasnacht. Bis heute beginnt in diesen Gebieten die Fastnachtszeit erst, wenn andernorts bereits die Fastenzeit begonnen hat. Die Alte Fastnacht war oft auch eine protestantische Demonstration gegen die "katholische" Fastenzeit. Die Alte Fastnacht ist geradezu sprichwörtlich geworden: Wer zu spät kommt, kommt hinterher wie die alte Fastnacht. Wer ein schlechter Zahler ist, weil er immer auf die Zukunft vertröstet, für den fällt die Fastnacht immer spät.


Im orthodoxen Raum beginnt das volle Fasten bereits am Montag nach dem 7. Sonntag vor Ostern, und bereits eine Woche vorher beginnt der Fleischverzicht. Die russische „Butterwoche“, in der traditionell gefeiert wird und große Mengen Blini, eine Art Pfannkuchen gegessen werden, liegt dazwischen; andere osteuropäische Länder haben ähnliche Bräuche. Da das östliche Osterfest oft später ist als das westliche - beruhend auf der westlichen Reform des Kalenders, verschiebt sich auch die Fastnacht.

Die mittelalterliche Fastnacht wird auf die augustinischen Lehren vom Zwei-Staaten-Modell zurückgeführt. Die Fastnacht steht daher für die civitas diaboli, den Staat des Teufels. Daher wurde die oftmals ausartende Fastnacht von der Kirche als didaktisches Beispiel geduldet, um zu zeigen, dass die civitas diaboli wie auch der Mensch vergänglich ist und am Ende Gott siegreich bleibt. Mit dem Aschermittwoch musste daher die Fastnacht enden, um die unausweichliche Umkehr zu Gott zu verdeutlichen. Während die Kirche bei gotteslästernden Szenen während der Fastnacht untätig blieb, wurde ein Weiterfeiern der Fastnacht in den Aschermittwoch hinein streng verfolgt.

Da die Reformation die vorösterliche Fastenzeit abschaffte und somit auch die Fastnacht ihren Sinn verlor, gerieten viele Bräuche zum Teil wieder in Vergessenheit. Bis heute ist der Karneval Sinnbild katholischer Mentalität. Während ältere Fastnachten in Südwestdeutschland sich nach wie vor in katholischen Gebieten finden lassen, führte ein regelrechter Fastnachtsboom in den 1990er Jahren auch in evangelischen Gegenden die Fastnacht ein. In der Schweiz hat Basel einen Sonderstatus: Die Stadt feiert trotz des seit Jahrhunderten vorherrschenden Protestantismus eine alte, traditionelle Fastnacht.

Quelle: http://www.theology.de

#9 Aschermittwoch von BruderOlyver 05.02.2016 08:30

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Der Aschermittwoch (lat.: Dies Cinerum) am Ende der Fastnacht stellt im Christentum der Westkirche den Beginn des 40-tägigen Fastens dar. Er soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbrachte (Mt 4,2).

Die Fastenzeit umfasst 46 Kalendertage und dauert bis Karsamstag, die sechs fastenfreien Sonntage (1.–5. Fastensonntag und Palmsonntag) werden nicht mitgerechnet. Die Ostkirche kennt dagegen keinen Aschermittwoch, weil ihre Fastenzeit bereits am Sonntagabend der siebten Woche vor Ostern beginnt.

Die Bezeichnung Aschermittwoch kommt von dem Brauch, im Gottesdienst an diesem Tag die Asche vom Verbrennen der Palmzweige des Vorjahres zu segnen und die Gläubigen mit einem Kreuz aus dieser Asche zu versehen. Seit dem 10. Jahrhundert lässt sich die Austeilung des Aschenkreuzes an diesem Tag nachweisen.

Die Bestreuung mit Asche als Zeichen der Buße findet sich bereits im Alten Testament.
„Als die Nachricht davon den König von Ninive erreichte, stand er von seinem Thron auf, legte seinen Königsmantel ab, hüllte sich in ein Bußgewand und setzte sich in die Asche.“ (Jon 3,6)
„Ich richtete mein Gesicht zu Gott, dem Herrn, um ihn mit Gebet und Flehen, bei Fasten in Sack und Asche, zu bitten.“ (Dan 9,3)

Mit diesem Ritual soll der Mensch an seine Vergänglichkeit erinnert und zur Umkehr aufgerufen werden. Nach der Predigt segnet der Priester die Asche durch Gebet und Besprengung mit Weihwasser und legt sie allen auf, die vor ihn hintreten. Der Priester oder Diakon spricht bei der Bezeichnung mit dem Aschenkreuz zu jedem Einzelnen die Worte: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist, und zum Staub zurückkehrst“ (Gen 3,19) (bzw. lateinisch: „Memento homo, quia pulvis es, et in pulverem reverteris“) oder: „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium“ (Mk 1,15). Während der Spendung des Aschenkreuzes wird gesungen. In der katholischen Kirche ist der Aschermittwoch ein strenger Fast- und Abstinenztag. Der Aschermittwoch stellt zugleich auch das Ende der Karnevals-, Fastnachts- und Faschingszeit dar.

In manchen Gegenden heißt der Aschermittwoch auch "Pfeffertag", da Langschläfer mit grünen Ruten aus den Federn "gepfeffert" wurden. Nach der klassischen Fastenspeise heißt der Tag auch "Heringstag".

Quelle: http://www.theology.de

#10 Valentinstag (Veltenstag) von BruderOlyver 11.02.2016 17:32

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Dieser Tag fällt jedes Jahr auf den 14. Februar.

Etwa der Festtag der Blumenhändler? - Falsch geraten, keine Erfindung der Blumenhändler, die propagierten 1950 diesen Tag nur zusätzlich(!) als "Tag der offenen Herzen".

St. Valentin ist der Schutzpatron der Liebenden, Verlobten, Bienenzüchter. Er lebte im 3. Jahrhundert in Rom.

Eigentlicher Ursprung:
Der religiöse, in der kirchlichen Liturgie wurzelnde aber dann wieder vergessene Ursprung des Feiertages besteht darin, dass am 14. Februar in den Kirchen die Ankunft Jesu als himmlischer Bräutigam zur Himmlischen Hochzeit gefeiert wurde und hat nichts mit der Sage um den als Märtyrer gestorbenen heiligen Valentin zu tun (siehe Legende unten).

An Popularität gewann er durch den Handel mit Blumen, besonders jedoch durch die umfangreiche Werbung der Floristen. Der Name des Tages wird heute zumeist auf die Sage des Bischofs Valentin von Terni zurückgeführt, der als christlicher Märtyrer starb. Der Heilige liegt heute vermutlich in der bayerischen Stadt Krumbach, Landkreis Günzburg begraben.

Legende:
Es herrschte im dritten Jahrhundert der römische Reich Kaiser Claudius II, ein Gegner des Christentums. Bischof Valentin hatte laut dieser Sage einige Verliebte christlich getraut, darunter Soldaten, die nach damaligem kaiserlichen Befehl unverheiratet bleiben mussten. Zudem hat er der Sage nach den frisch verheirateten Paaren Blumen aus seinem Garten geschenkt. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, haben der Überlieferung nach unter einem guten Stern gestanden. Auf Befehl des Kaisers Claudius II. wurde er am 14. Februar 269 wegen seines christlichen Glaubens enthauptet.

Eine Erweiterung der Sage bringt den Todestag Valentins mit dem römischen Fest Lupercalia zusammen, das auf den 14. Februar fiel. Es war der Feiertag der röm. Göttin Juno (gr.: Hera), der Frau des Jupiter (gr.: Zeus) und Schutzpatronin der Ehe. Junge Mädchen gingen an diesem hohen Festtag in den Juno-Tempel, um sich ein Liebesorakel für die richtige Partnerwahl zu holen.
Junge Männer aus dem einfachen Volk zogen an diesem Tag Lose, auf denen die Namen der noch ledigen Frauen standen. Die so gelosten Pärchen gingen miteinander aus und manche sollen sich so ineinander verliebt haben. Dieser Volksbrauch galt vielen römischen Aristokraten als unmoralisch. Ehemänner schenkten ihren Frauen an diesem Tag Blumen. So kam es, dass sich dieses ältere römische Brauchtum mit der Geschichte des christlichen Märtyrers mischte und in die spätere Gesellschaft einsickerte.

Brauchtum:
Seit damals schenken die Menschen einander am 14. Februar, dem Valentinstag, Blumen, geschmückt mit roten Herzen. Also steht der Valentinstag unter dem Zeichen der Liebe!
An Stelle der welkenden Blumen kann man auch Konfekt oder andere haltbarere (köstlich leckere) Aufmerksamkeiten schenken!

1945 erst verbreitete sich dieser Brauch im deutschsprachigen Raum durch den Einfluss der USA, England und Frankreich in denen er schon üblich war.

Quelle: http://www.theology.de

#11 Allerheiligen von BruderOlyver 03.11.2017 10:59

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In den östlichen Kirchen gab es schon seit Anfang des 4. Jahrhundert Allerheiligenfeste, bei den Byzantinern zunächst als "Herrentag aller Heiligen" am Sonntag nach Pfingsten. Es galt, bei der Fülle der Märtyrer nach den Verfolgungen, keinen zu vergessen.

Bereits im 2. Jahrhundert. sind christliche Gebete für Tote bekannt. Im 7. Jahrhundert diktiert Isidor von Sevilla seinen Mönchen, am Tage nach dem Pfingstfest für die Toten Eucharistie zu feiern. Andere Klöster zogen nach. In der westlichen Kirche weihte Bonifatius IV. am 13. Mai 609 (oder 610) das Pantheon in Rom - zuvor das Heiligtum der antiken Götterwelt - der Jungfrau Maria und allen Heiligen und ordnete eine jährliche Feier an, zunächst am Freitag nach Ostern. Papst Gregor III. weihte eine Kapelle in der Basilika St. Peter allen Heiligen und legte den Feiertag auf den 1. November. Ende des 8. Jahrhunderts begann man das Fest im gallikanischen Bereich zu feiern. Papst Gregor IV. dehnte 839 den Gedächtnistag auf die ganze Kirche aus.

An diesem Tag wird an alle Heiligen, Märtyrer und Verstorbenen gedacht. Die Gräber auf den Friedhöfen werden von den Angehörigen geschmückt, bei Katholiken wird das "Seelenlicht" entzündet, das auch noch am darauf folgenden Allerseelentag leuchtet; es ist das Symbol des "Ewigen Lichtes", das den Verstorbenen leuchtet. In feierlicher Prozession, dem "Gräberumgang" , schreitet der Priester durch die Reihen der festlich geschmückten Gräber und erteilt den Segen. Schon seit jeher gedachte der Mensch den Toten.

Auch in der Evangelisch-Lutherischen Kirche kann der 1.11. als "Gedenktag der Heiligen" gefeiert werden (Seite 561 ff. im Perikopenbuch (2001)).

Quelle: http://www.theology.de

#12 Allerseelen von BruderOlyver 03.11.2017 11:17

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Allerseelen fällt jedes Jahr auf den 2. November. Dieses Datum geht auf Abt Odilo von Cluny (962 bis 1018) in Frankreich zurück. Dieser diktierte anno 998, dass nach dem Allerheiligentag ein Gedächtnistag folgen sollte, für alle verstorbenen Gläubigen. Unter dem Einfluss der Mönche von Cluny verbreitete sich der Allerseelentag im 11. Jahrhundert. In Rom wurde er erstmals im 14. Jahrhundert gefeiert.

Arme Seelen - Fegefeuer:
Für Christen besteht eine Verbindung mit den Verstorbenen über den Tod hinaus. Daher wird in kath. Gemeinden auch für die Toten gebetet, primär die "armen Seelen im Fegefeuer". ....da sind wir sozusagen die "Fürsprecher". Ursprünglich wurden Grablichter angezündet, um so die Dämonen der Finsternis zu vertreiben. Später wurde das "Seelenlicht" dann in Zusammenhang mit dem Armseelenkult entzündet.

Der Armseelenkult wurde durch die vom Trienter Konzil bestätigte Auffassung gefördert, die Seelen Verstorbener, die vor Gottes Gericht bestanden hätten, seien vor ihrer Aufnahme in den Himmel an "einem Ort der Reinigung" (Purgatorium, Fegfeuer). Denn wenn sie bestanden hätten, wären sie ja im Himmel - siehe Heilige. Es geht gerade somit um jene, welche grundsätzlich zwar gerettet sind, aber dennoch "nachreifen" müssen. - Die Lebenden könnten den Toten durch Armseelenspenden helfen. Nämlich durch Gebete, Opfer sowie das Fasten. Die Gebete und Fürbitten, die Eucharistiefeier für die Verstorbenen sollen helfen, dass die Toten die Vollendung in Gott finden.
Anno 998 feierten die Benediktinerklöster ein "Seelenfest", das in ganz Franken volkstümlich wurde. Auf dem Land gab es sogar eine "Seelenwoche", die oft mit einer Art Verwandtschaftstreffen verbunden war.

Brauchtum einst:
Der einzige Lichtblick für die Kinder ist an diesen gebetsreichen Tagen die große Seelenbreze gewesen, die sie vom "Däfdotle" bekommen. Bis in die Zeit um den 1. Weltkrieg bekamen die Kinder von ihrem "Firmdotle" einen geflochtenen Kranz (ähnlich wie Breze) aus Hefeteig geschenkt.

Seelenbreze oder Kranz:
Diese Gebildbrote gehen zurück auf alte Totenopfer in Form von Grabbeigaben, die mit ihrer Wurzel bis in die Urzeit zurück reichen. Nach einstigem, altem Volksglauben, der auch in evang. Gebieten üblich war, stiegen "die Armen Seelen" an diesem Tag aus dem Fegfeuer zur Erde auf um sich für kurze Zeit von ihren Qualen auszuruhen.
An manchen Orten finden feierliche Prozessionen der Gläubigen auf den Friedhof statt, wobei auch die Priestergräber besucht werden. Der Kirchenchor intoniert auf dem Friedhof das "Dies irae, dies illae".

Brauchtum & Aberglaube in früheren Jahrhunderten:
Am Grab: Wenn sich jemand nächtens auf einen Grabhügel stellte, der sollte all jene, welche nächstes Jahr starben, über die Gräber wandeln sehen. Die Toten selbst nennen ihm diejenigen, die im nächsten Jahr sterben. - Gräber wurden mit Weihwasser besprengt um damit die Qualen der Seelen in der Hölle zu lindern, weniger, um diese zu segnen. - Auf das Grab stellte man Speisen, Brot und Wein sowie Bohnen und entzündete Kerzen. Nicht so auf Gräbern von Selbstmördern, weil es hieß, deren Kinder würden dadurch auch zu Selbstmördern. - Die entzündete Kerze auf dem Grab wird verschieden gedeutet: Jenes soll die Seelen wärmen oder es soll den Seelen ihren Ruheplatz zum Körper weisen. Wieder eine andere Deutung meint, das Licht ist eine Schranke zwischen den Lebenden und den Toten oder es hält böse Geister fern.

Zu Hause:
Auch daheim pflegte man einst die Toten: Speis und Trank wie Milch, Wasser und Brosamen blieben auf dem Tisch für die Verstorbenen stehen. Brennende Lichter wurden im Raum platziert, vor denen die Lebenden für die Seelenruhe beteten. Das entzündete Licht sollte den Seelen zum "ewigen Licht" verhelfen. - Damit die Seelen ihre Brandwunden kühlen konnten brannte ein Licht nächtens, das oft an Stelle von Öl, Fett oder Butter nutzte . - Das Herdfeuer blieb Tag und Nacht lodernd, denn jene Seelen, die die "kalte Pein" erlitten, sollten sich daran erwärmen. Mehl wurde ins Feuer geschüttet, zur Kühlung der Leidenden. Am Herd durfte nur ja kein leerer Topf stehen, damit sich nicht eine arme Seele hinein hockte. - Kein Messer durfte verkehrt am Tisch liegen, denn so heißt es, sonst mussten sich die armen Seelen daruf setzen. Keine Ofengabel durfte verkehrt herum stehen, denn das könnte die arme Seele schmerzen. - Im Tal der Mosel aß man einst am Abend von Allerseelen Hirsebrei, weil es hieß, dass so viele Körner man verspeist, so viele Seelen man aus dem Fegfeuer befreit. - Wenn sich jemand in der Nacht von Allerheiligen auf Allerseelen ins Freie begab, war er in Lebensgefahr, denn Magie und Spuk drohten ihm sodann, denn alle Geister und Dämonen hatten freies Walten. - Wer am Tage einen Lumpen auf einen Baum warf, schützte so sein Vieh vor dem "vermeynen". Durch "Totenbahrenziehen" konnte man angeblich alles bekommen, was man sich ersehnte. An jenem Tag war mancher Orts die Gämsenjagd verboten, sowie auch das Säen von Korn.

Quelle: http://www.theology.de

#13 Buß- und Bettag von BruderOlyver 03.11.2017 12:37

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Obwohl der Buß- und Bettag als staatlicher Feiertag bei uns abgeschafft wurde, bleibt er doch ein wichtiger kirchlicher Feiertag. Er fällt regelmäßig auf den Mittwoch vor dem letzten Sonntag der christlichen Zeitrechnung. Dabei wurde er ursprünglich mal nicht von der Kirche "erfunden", sondern vom Staat. Wir Menschen müssen einfach von Zeit zu Zeit innehalten, um unser Leben zu überdenken und uns auch als Menschen vor Gott zu prüfen.
Historisch lassen sich die Buß- und Bettage Europas auf die Römische Religion zurückführen. In Krisenzeiten sollte eine besondere Sühne die Götter gnädig stimmen. Der erste evangelische Buß- und Bettag fand 1532 in Straßburg als Reaktion auf die Türkenkriege statt. Insgesamt kam es 16. und 17. Jahrhundert zu einer regelrechten Inflation von Buß- und Bettagen. Im Jahr 1878 gab es in den deutschen Ländern 47 Bußtage an 24 Terminen.

Ein einheitlicher Buß- und Bettag wurde erstmals 1852 von der Eisenacher Konferenz vorgeschlagen. Eingeführt wurde er von der Evangelischen Kirche in Deutschland schließlich 1934. Mit dem Erlass des Führers und Reichskanzlers über den Bußtag 1939 wurde er auf einen Sonntag verlegt und damit faktisch abgeschafft. Ab 1981 war er dann wieder in der ganzen Bundesrepublik Deutschland gesetzlicher Feiertag. Seit seiner Abschaffung im Jahr 1995, zugunsten der Finanzierung der Pflegeversicherung, ist er in Deutschland nur noch im Bundesland Sachsen gesetzlicher Feiertag.

Dabei führt uns das Wort "Buße" eher in die Irre. Denn eine Buße ist nach allgemeinem Sprachgebrauch eine Wiedergutmachung für begangenes Unrecht. Für Christen ist es aber vielmehr eine Haltung, eine innere Bereitschaft zur Veränderung und Umkehr. Da verbindet sich mit "Buße" viel stärker der Gedanke an Gnade, Hoffnung und Vergebung.

Im Gottesdienst, der jetzt häufig in den Abendstunden gefeiert wird, nimmt die gemeinsame Beichte einen größeren Raum ein als sonst. Die Beichte, im Protestantismus ohnehin eine Gemeinschaftsbeichte, betont weniger die Schuld des Einzelnen als vielmehr die Kollektivschuld. Wichtiger Unterschied zu den Gottesdiensten an anderen Tagen ist der Verzicht auf das freudige Halleluja. Die liturgische Farbe dieses Tages ist violett.

Nach evangelisch-christlichem Glauben meint Buße und Schuld jedoch nicht in Sack und Asche zu gehen, sondern Umkehr und Sinnesänderung: Buße ist anhaltende Selbstbesinnung. An vielen Orten nutzen die evangelischen Kirchen den Buß- und Bettag dazu, auf soziale Missstände hinzuweisen. Probleme der Bio-Medizin, Obdachlosigkeit, Kinderprostitution, Aids, die Situation von Flüchtlingen und andere sozial- und gesellschaftspolitische Themen bilden den Mittelpunkt der Predigten und Stellungnahmen evangelischer Pfarrer und Kirchengemeinden.

Tradition von Buß- und Bettagen im Alten Testament und im Judentum

Der Versöhnungstag (Jom Kippur) am 10. Tischri ist als einer der wichtigsten Bußtage des Judentums im Alten Testament ausführlich beschrieben: 'An diesem Tag entsühnt man euch, um euch zu reinigen. Vor dem Herrn werdet ihr von allen euren Sünden wieder rein. Dieser Tag ist für euch ein vollständiger Ruhetag, und ihr sollt euch Enthaltung auferlegen' (Lev 16, 30f.). An diesem Tag wurden der Tempel, die Priester und das Volk entsühnt; es war der feierlichste Gottesdienst des Jahres, vom Hohenpriester selbst zelebriert, der nur an diesem Tag das Allerheiligste des Tempels betreten durfte.

Wo der Bibeltext das Ritual in den Mittelpunkt stellt, betonen die Rabbinen nach Zerstörung des Tempels die innere Umkehr des Menschen: 'Wer sagt: Ich will sündigen und Buße tun, sündigen und Buße tun, wird keine Gelegenheit finden, Buße zu tun. (Wer sagt:) Ich will sündigen und der Versöhnungstag wird sühnen, da sühnt der Versöhnungstag nicht. Sünden zwischen Mensch und Gott sühnt der Versöhnungstag; (Sünden) zwischen dem Menschen und seinem Nächsten sühnt der Versöhnungstag erst, wenn einer seiner Nächsten besänftigt hat' (Mischna Joma 8,9). Somit wird erwartet, dass jeder Teilnehmer am Gottesdienst sich zuvor mit jedem, den er beleidigt oder mit dem er einen Streit gehabt hat, um Frieden bemüht.

Der Jom Kippur ist nicht nur ein Fastentag. Nach Auffassung der Rabbiner schließt die von der Bibel befohlene 'Enthaltung' auch den Verzicht auf Bad und ehelichen Verkehr, ja auch das Tragen von Lederschuhen ein. An diesem Tag, den man zum größten Teil in der Synagoge mit dem Gottesdienst verbringt, sind der Vorhang vor dem Toraschrein und die Decke auf dem Lesepult weiß; in vielen Gemeinden tragen auch die Betenden, zumindest jedoch der Vorbeter, den weißen 'Kitel', der auch das Sterbekleid sein wird.

Quelle: http://www.theology.de

#14 Martinstag von BruderOlyver 10.11.2017 14:34

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Was der Heilige Martin von Tours mit Gänsen zu tun hatte? Eigentlich nichts! Die Verbindung zum Federvieh wäre insofern denkbar, weil damals die Gans eine bevorzugte Zinsbeigabe an den Grundherrn darstellte. Als diese mag sie bezüglich des Hauptzinstages, eben St. Martinstag, mit dem Heiligen verknüpft worden sein (so wie der Osterhase mit dem Osterfest).

Das Reich der Legenden:
Erst viel später erzählte man Legenden in der Martin mit Gänsen in Verbindung gebracht worden ist, wie z.B.:
Martin sollte Bischof werden, fühlte sich dessen aber noch unwürdig und versteckte sich vor der Zeremonie im Gänsestall. Als er dort gesucht wurde verrieten die Gänse Martin durch ihr aufgeregtes Geschnatter.
Oder: Als Martin als Bischof predigte, wurde er durch eine Schar schnatternder Gänse welche in die Kirche watschelten, unterbrochen.
Dies sollte Folgen haben für die Nachkommen der Gänse. Mahlzeit zu "Martiniganslbraten".

Wahr hingegen ist:
Martin von Tours ist um 316 geboren in Sabarina (Pannonien). Mit 15 Jahren trat er in die röm. Armee unter den Kaisern Constantinus und Julian ein. Beim Stadttor von Amiens trug sich die "Mantelszene" zu:
Martin sah einen Bettler welcher erbärmlich fror. Er nahm seinen Umhang, zückte das Schwert, teilte den Mantel und gab eine Hälfte davon dem Frierenden. Nachts darauf träumte Martin von Jesus, der mit seinem Mantel bekleidet war. Hatte Jesus nicht gesagt: "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan". - Mit 18 Jahren getauft verließ er die Armee und wurde Schüler des Hilarius. Er geht zu seinen Eltern um diese zu bekehren, danach zog er weiter auf die Insel Gallinari (Genua) um dort als Eremit zu leben. - Anno 360 zog er nach Poitiers. 361 gründete er in Liguge das 1. Kloster des Abendlandes. 371 wurde er durch die Gunst des Volkes Bischof von Tours. 375 stiftete er ein Kloster in Marmoutier. Er wurde Vorbild für das Mönchtum wegen seiner Missionstätigkeit.
397 starb er auf einer seiner seelsorgerischen Reisen entkräftet. Im 5. Jht. wird über seinem Grab eine Kapelle errichtet. Später wurde sie durch eine Basilika, aus der sich wiederum später das Kloster St. Martin entwickelte, ersetzt. - Man gedenkt noch heute vielerorts mit Martini-Brot u. Martini-Gänsebraten des Brauches, Gaben in Form von Lebendvieh (früher waren es Hühner) an die Armen zu verteilen. Auch Umzüge werden veranstaltet.

Dieser Martin von Tours, der das Reich der Franken und die von ihnen besiedelten Gebiete geprägt hat, war in der lateinischen Kirche der erste, der den Grad der Heiligkeit nicht durch seinen heldenhaften Tod als Märtyrer, sondern durch sein heroisches Leben erreichte. Vor mehr als 1.600 Jahren, am 8.11.397, ist der dritte Bischof von Tours gestorben. Martin, personales Bindeglied zwischen Rom und dem Frankenreich, verkörperte modellhaft für Jahrhunderte das neue spätantike Priester- und Bischofsideal: Ein asketischer Mönch, gebildet und tatkräftig zugleich, für den Kult und Kultur der gleichen Quelle entsprangen, der lebte, was er predigte, der sich vor Christus beugte, um ihn herrschen zu lassen. Am 11. November 1997 wurde zum eintausendsechshundertsten Mal seines Todes gedacht.

Quelle: http://www.theology.de

#15 Oster-Paradoxon von BruderOlyver 29.03.2019 13:46

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Ein Osterparadoxon oder eine Osterparadoxie besteht, wenn der tatsächliche Frühlingsanfang und/oder der Frühlingsvollmond nicht an den Tagen eintreten, die dafür im Berechnungsverfahren des Osterdatums verwendet werden, und der berechnete Ostertermin dadurch von dem Termin abweicht, der aus den tatsächlichen Ereignissen folgen würde.

Am Mittwoch, den 20. März, war Frühlingsanfang 2019. Tags drauf war Vollmond, also der erste im Frühling. Nach der alten Faustregel zur Berechnung des Osterdatums könnte daher am folgenden Sonntag (24. März) Ostern sein: der Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Doch Ostern 2019 ist erst am 21. April – nach dem zweiten Frühlingsvollmond am 19. April. Die gängige Faustregel stimmt also nicht in diesem Jahr. Experten nennen es das „Oster-Paradox“. Grund dafür sind uralte Kirchen-Formeln, die sich nicht an aktuellen Daten orientieren, sondern festgelegten Regeln folgen.

Also: Weil der Vollmond am Morgen des 21. März 2019 noch als Wintervollmond gewertet wird, erscheint der erste Frühlings-Vollmond erst im April - und so wird Ostern am 21. April 2019 gefeiert. Ostern ist in diesem Jahr so spät, weil der Vollmond zu früh ist und nicht genau am gleichen Tag wie der Frühlingsanfang.

„Oster-Paradoxon“ wird 2038 wieder eintreten
Der frühestmögliche Ostertermin überhaupt tritt ein, wenn der „Kirchen-Vollmond“ auf den 21. März fällt und dieser Tag ein Samstag ist. Dann wird Ostern am 22. März gefeiert. Das ist selten und passierte zuletzt im Jahr 1818. Das nächste Mal wird Ostern erst 2285 wieder auf dieses Datum fallen.
Der späteste Ostertermin überhaupt ist der 25. April. Er tritt ein, wenn der „Kirchen-Vollmond“ auf den 18. April fällt und dieser Tag zugleich ein Sonntag ist. Das war zuletzt 1943 der Fall und wird sich erst 2038 wiederholen. Das „Oster-Paradox“ wie in diesem Jahr gab es zuletzt 1974 – und wird ebenfalls 2038 wieder eintreten.

Quelle: www.theology.de

Beschreibungen der verschiedenen Tage und Wochen im Kirchenjahreskreis - deren Herkunft und Bedeutungen
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