#1 Hypokras von BruderOlyver 17.05.2010 21:33

avatar

Dieses fand ich einem Baseler Kochbuch.
Es gibt bestimmt auch andere Varianten, die wir ausprobieren und bewerten sollten!


Herstellung:
1 Maass guter rother Wein entspricht
1 l Rotwein
Pfund Zucker
Quintlein Zimet entspricht
2 g Zimtrinde
10 Naegelein entspricht
10 Gewuerznelken

Der Hypokras, Krone baslerischer Tischkultur, laesst sich (noerdlich der Alpen) seit dem Fruehmittelalter belegen. Gehoert noch heute zum Zeremoniell der Neujahrsbesuche. Die Bezeichnung fuer den gesuessten und gewuerzten Wein kommt von der Manica Hippocratis, einem textilen Filter, gaengiges Instrument von Aerzten und Apothekern bei der Bereitung fluessiger Arzneien, nicht zuletzt von Hypokras, der selbst als Heilmittel galt.

Den Zucker in einem starken Schoppen (***) von dem Wein verschaumt, und noch ein wenig kochen lassen.

NB das Gewuerz wird gleich in einem Buendtelein (****) dazu gethan, der Zimmet nur klein gebrochen. dann den heissen Wein in den uebrigen geschuettet, das Buendtelein auch darein, und einige Tage stehen lassen - findet sich's nach etwa 2 Tagen, dass der Wein zu scharf wird, so nimmt man das Buendtelein heraus, wo nicht, so laesst man's darinnen biss der Wein abgezogen wird.

(***)der Haelfte des Weins

(****) in ein Tuellsaeckchen gebunden; hier ein Ueberbleibsel des Hypokras-Sacks

Anmerkung: Anleitungen zur Hypokras-Zubereitung finden sich in vielen Kochbuechern, zum Teil mit Zugaben von Muskatnuss sowie von Marsala. Zimt und Nelken sind immer dabei.


So kochte Jacob Burckhardts Grossmutter!
Jacob Christoph Burckhardt war ein bedeutender Schweizer Kulturhistoriker des 19. Jahrhunderts.

#2 RE: Hypokras von Elke / Aleke 21.05.2010 09:28

Voll genial! Das ist was für Muttern und vor allem die Marsala-Variante hört sich toll an.
DANKE! ELKE

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz