#1 Hildebrandslied von Haralður 28.03.2010 19:34

avatar

Das Hildebrandslied ist eines der frühesten poetischen Textzeugnisse in deutscher Sprache aus dem 9. Jahrhundert. Das unvollständig erhaltene heldenepische Stabreimgedicht besteht aus 68 Langversen. Es erzählt primär in althochdeutscher Sprache eine Episode aus dem Sagenkreis um Dietrich von Bern.

Hildebrand hat Frau und Kind verlassen und ist als Krieger und Gefolgsmann mit Dietrich in die Verbannung gezogen. Nun kehrt er nach 30 Jahren heim. An der Grenze, zwischen zwei Heeren, stellt sich ihm ein junger Krieger entgegen. Hildebrand fragt diesen, wer sin fater wari (wer sein Vater wäre). So erfährt Hildebrand, dass dieser Mann, Hadubrand, sein eigener Sohn ist. Er gibt sich Hadubrand zu erkennen und versucht durch das Angebot von Geschenken (goldenen Armringe) sich diesen verwandtschaftlich, väterlich zuzuwenden. Hadubrand weist die Geschenke brüsk zurück und meint, er sei ein listiger alter Hunne, denn Seefahrer hätten ihm berichtet, dass sein Vater tot sei (tot is hiltibrant). Mehr noch, die Annäherungsversuche des ihm Unbekannten, der sich als sein Vater ausgibt, ist Hadubrand ein feiger Verrat an der Ehre seines totgeglaubten Vaters. Ist die Verspottung als „alter Hunne“ und die Zurückweisung der Geschenke schon eine Herausforderung zum Kampf, so bleibt Hildebrand nach den Worten Hadubrands, dass sein Vater im Gegensatz zu dem ihm unbekannten Gegenüber ein Mann von Ehre und Tapferkeit sei, kein Weg mehr offen. Nach den Sitten ist er nun gefordert um seiner eigenen Ehre willen die Herausforderung des Sohnes zum Kampf annehmen unter Inkaufnahme des Todes, seines, oder dem des Sohnes. Welt- und kampferfahren ahnt Hildebrand die Dinge, die folgen werden voraus, und klagt so über sein furchtbares Schicksal: “welaga nu, waltant got”, quad Hiltibrant, “wewurt skihit”; “Wehe, waltender Gott”, sprach Hildebrand, “ein schlimmes Schicksal nimmt seinen Lauf!” Zwischen zwei Heeren stehen nun Vater und Sohn; es kommt zum unausweichlichen Kampf. Hier bricht der Text ab. Vermutlich, wie ein späterer altnordischer Text aussagt, endet der Kampf mit dem Tod Hadubrands.
- aus http://wapedia.mobi/de/Hildebrandslied


– Eine Höraufnahme könnt ihr euch mal hier anhören
http://www.sagemaere.libsyn.com/index.ph...Hildebrandslied



Hildebrandslied
8. Jahrhundert Fulda

Ik gihorta dat seggen,
dat sih urhettun ænon muotin,
Hiltibrant enti Hadubrant untar heriun tuem.
sunufatarungo iro saro rihtun.
5
garutun se iro gudhamun, gurtun sih iro suert ana,
helidos, ubar hringa, do sie to dero hiltiu ritun,
Hiltibrant gimahalta: her uuas heroro man,
ferahes frotoro; her fragen gistuont
fohem uuortum, hwer sin fater wari
10
fireo in folche, ...................
.................. 'eddo hwelihhes cnuosles du sis.
ibu du mi enan sages, ik mi de odre uuet,
chind, in chunincriche: chud ist mir al irmindeot'.
Hadubrant gimahalta, Hiltibrantes sunu:
15
'dat sagetun mi usere liuti,
alte anti frote, dea erhina warun,
dat Hiltibrant hætti min fater: ih heittu Hadubrant.
forn her ostar giweit, floh her Otachres nid,
hina miti Theotrihhe enti sinero degano filu.
20
her furlaet in lante luttila sitten
prut in bure, barn unwahsan,
arbeo laosa: her raet ostar hina.
des sid Detrihhe darba gistuontun
fateres mines: dat uuas so friuntlaos man.
25
her was Otachre ummet tirri,
degano dechisto miti Deotrichhe.
her was eo folches at ente: imo was eo fehta ti leop:
chud was her... chonnem mannum.
ni waniu ih iu lib habbe'...
30
'wettu irmingot obana ab hevane,
dat du neo dana halt mit sus sippan man
dinc ni gileitos'...
want her do ar arme wuntane bauga,
cheisuringu gitan, so imo se der chuning gap,
35
Huneo truhtin: 'dat ih dir it nu bi huldi gibu'.
Hadubrant gimahalta, Hiltibrantes sunu:
'mit geru scal man geba infahan,
ort widar orte. ................
du bist dir alter Hun, ummet spaher,
40
spenis mih mit dinem wortun, wili mih dinu speru werpan.
pist also gialtet man, so du ewin inwit fortos.
dat sagetun mi seolidante
westar ubar wentilseo, dat inan wic furnam:
tot ist Hiltibrant, Heribrantes suno'.
45
Hiltibrant gimahalta, Heribrantes suno:
'wela gisihu ih in dinem hrustim,
dat du habes heme herron goten,
dat du noh bi desemo riche reccheo ni wurti'.-
'welaga nu, waltant got, wewurt skihit.
50
ih wallota sumaro enti wintro sehstic ur lante,
dar man mih eo scerita in folc sceotantero:
so man mir at burc enigeru banun ni gifasta,
nu scal mih suasat chind suertu hauwan,
breton mit sinu billiu, eddo ih imo ti banin werdan.
55
doh maht du nu aodlihho, ibu dir din ellen taoc,
in sus heremo man hrusti giwinnan,
rauba birahanen, ibu du dar enic reht habes'.
'der si doh nu argosto ostarliuto,
der dir nu wiges warne, nu dih es so wel lustit,
60
gudea gimeinun: niuse de motti,
hwerdar sih hiutu dero hregilo rumen muotti,
erdo desero brunnono bedero uualtan'.
do lettun se ærist asckim scritan,
scarpen scurim: dat in dem sciltim stont.
65
do stoptun to samane staim bort chludun,
heuwun harmlicco huitte scilti,
unti im iro lintun luttilo wurtun,
giwigan miti wabnum ................

Aus: Niemeyer Verlag Althochdeutsches Lesebuch
Handschrift: Kassel Bibliothek Hs.Theol.fol.54 S.1a/76b

#2 ... Mythos ... von tadhg 01.04.2010 23:44

Seid gegrüßt in einer nicht wirklich existierenden Sprache des "Althochdeutschen". Nicht das diese Sprache irgendwann gesprochen geschweige denn geschrieben wurde, ist es doch so das mit dem Hildebrandslied eines der ältesten Lieder ist, die in Verbindung mit der "Hermansschlacht" gebracht wird. Zur damaligen Sprache kann man sagen, dass diese eher dialektisch (Stammesabhängig) war und nicht nach konkret festgelegten Regeln gesprochen wurde. Es gab wohl einheitliche Wortstämme aber man verständigte sich eher mit Händen und Füßen und hoffte der andere versteht es. naja geklappt hat es eher weniger....:-)

Aber jetzt eher zum Lied. Der Text den HH vorgeschlagen hat, hört sich nicht wirklich schön an und erinnert eher an eine Deutsche Betonung. Das Duivelspack (www.duivelspack.de) hat mit Sprachwissenschaftlern (Altisländisch, Isländisch) zusammen gearbeitet und versucht die Sprache, die nicht überliefert ist, man jedoch davon ausgehen kann, dass sie in Island noch im Urstamm enthalten ist, zu sprechen. Auf der CD "Mythos"sind die Texte enthalten und auch das Hildebrandslied. Hier auch der Link zum Projekt "Mythos" http://www.duivelspack.de/www.duivelspack.de/Germanen.html

Die CD ist zu empfehlen....

Viele Grüße
flo

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz